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"family" -Holidays 1998 (Teil 2):

Scotland

Vom EC in Glasgow bis zur 3. schottischen Liga


Nach den feuchten Tagen in Irland hofften wir auf schöneres Wetter in Schottland – oder jedenfalls auf das, was die Einheimischen darunter verstehen, da wir weder Mallorca-Hitze erwarteten noch wünschten. Mit 20°C und dem üblichen täglichen Regenschauer wären wir schon zufrieden gewesen. Aber um es kurz zu machen: Selbst die wetterharten Eingeborenen mußten bestätigen, daß sie so einen besch...eidenen Sommer lange nicht gehabt hätten. Aber Zeiss-Fans sind hart im Nehmen und lassen sich nicht von irgendwelchen Dauerregen vom Zeltplatz vertreiben.

Freitags "dampfte" die Fähre mit uns an Bord von Ir- nach Schottland und wir schlugen unser Zelt in o. g. Dauerregen in Motherwell auf. Da ich am darauffolgenden Tag beim Freundschaftsspiel Celtic vs. Liverpool meine beiden Lieblingsvereine im United Kingdom sehen wollte, wurde es nichts mit lange ausschlafen und wir standen 10 Uhr vorm Celtic-Park. Hier mußte ich auch die letzten bescheidenen Hoffnungen aufgeben, daß ein de facto unbedeutendes Freundschaftsspiel auch weniger Zuschauerinteresse bedeutet: AUSVERKAUFT !!! Vor lauter Enttäuschung getraute ich mir aber die Frage nach Karten für das 4 Tage später stattfindende EC-Spiel gegen Croatia Zagreb und staunte nicht schlecht, als die gute Frau hinter der Glasscheibe noch 2 Tickets "lockermachte". Um 19 britische Pfund ärmer (1 Erwachsener + 1 Kind) mußte ich nur noch meiner Frau erklären, daß wir nicht – wie beabsichtigt – am Montag, sondern erst am Donnerstag weiter Richtung Norden fahren können. Irgendwie überstand ich aber auch das ohne sichtbare Blessuren... So gab es noch einen Tagestrip nach Edinburgh mit einer Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus bei herrlichem SONNENSCHEIN. Unsere Route in die schottische Hauptstadt führte an der Heimstätte von Heart of Midlothian vorbei (So ein Zufall aber auch !), jedoch leider war eine Besichtigung des Grounds nicht möglich. Und endlich fanden wir auch Zeit für den Fir Park in Motherwell, der im vorigen Jahr aus Zeitgründen "ausfiel". Auch hier gab es am Stadion einen kleinen Verkaufsstand für Fanartikel, der täglich geöffnet war. Auf unsere Anfrage zwecks Groundbesichtigung hin zeigte man uns den Weg ins Stadion ("...through the next door left...") und wir durften allein eine "Tour" unternehmen. Wäre man in Old Germany (z.B. im EAS) auch so kulant ? Und schließlich klappte es noch mit einer Stadiontour im Celtic-Park – dauert 2 Stunden, verlangt etwas Kondition, man sieht aber auch jede Ecke im Ground.

Endlich war es Mittwoch ! Das Parken klappte "dank" meines defekten Beins unmittelbar vorm Haupteingang des Celtic-Park auf dem VIP-Parkplatz – es ist immer wieder faszinierend, wie kulant man in solchen Dingen auf den Inseln ist, "no problem" und dir bleibt der halbstündige Fußweg erspart. Als wir unseren Abendbrot-Hamburger mampften, erblickte ein neben uns stehender älterer Celtic-Fan unsere Schals und es entfuhr ihm: "Oh! Carl Zeiss!" Er kannte den FCC !!! Und prompt entwickelte sich ein längeres Gespräch angefangen vom FCC über die bescheidene Kartensituation bei Celtic (Kapazität 61.000, 54.000 Dauerkarten, maximal 500 Tickets im freien Verkauf bei Punktspielen!) bis hin zum in diesem Jahr noch bescheideneren "Scottish weather". Ihr könnt vielleicht ahnen, welch wohlig-kalter Schauer einem den Rücken runterläuft, wenn man "weit entfernt von der Heimat" den FCC – und seine großen EC-Zeiten – kennt. Für mich ein Hauptgrund gegen eine ab und zu ins Gespräch gebrachte Umbenennung: Eine traditionsreichen Namen verkauft man nicht !!! Image ist nicht käuflich, das hat man (oder auch nicht) – und der FCC hat es !

Nach der üblichen Stadionumrundung, auf der wir wieder von allen Seiten wegen unserer Zeiss-Trikots neugierig beäugt wurden, machten wir uns auf den Weg in unseren Block. Anfangs begriff ich nicht, wieso sich jetzt aller 20 m ganze Gruppen von Ordnern hektisch auf uns stürzten, die Tickets kontrollierten und nicht schnallten, daß wir bei den Celtic-Fans sitzen wollten. Bei der 2. Kontrolle kam mir die Erleuchtung, als mich ein Ordner unbedingt Richtung Gästeblock lotsen wollte – auf Grund unserer in Schottland unbekannten blauen FCC-Trikots hielt man uns für Kroaten !!! Nun sorgten wir zwar auf den 100 m bis zu unserem Blockeingang weiterhin für mittlere Panik unter der Security (was doch anderthalb Jena-Fans anrichten können... J ), es genügte jetzt jedoch die Erklärung "We’re not from Croatia, we are from Jena, East-Germany!", um die Hektiker in nette, freundliche Schotten zu verwandeln. Wenigstens kamen wir so noch in den Genuß einer Rucksackkontrolle direkt am Eingang durch die Polizei, die aber in lockerer und freundlicher Atmosphäre stattfand und sich auf einen kurzen Blick beschränkte (ganz im Gegensatz zu den Möchtegern-Rambos am Eingang mancher Regionalligastadien). Auch unsere Nachbarn im Block benötigten 45 min Grübeln, wieso 2 blaugekleidete Fans lauthals Celtic supporteten. Ein Pausentalk beseitigte jedoch alle Unklarheiten. Interessant war die Erläuterung unseres Sitznachbarn, daß heute im Stadion nicht viel los wäre... Trotzdem verstand man kaum sein eigenes Wort. Insgesamt hatte ich den Eindruck, daß es bei Celtic am und im Ground urwüchsiger zugeht, als beim Ortsrivalen Rangers (die wir ’97 besucht hatten).

Am letzten Wochenende in Schottland war ein Besuch in der 2nd Scottish Division geplant, Inverness vs. Livingstone. Da die Shopping-Tour durch die City etwas länger als (durch mich) geplant dauerte (Bloß nicht drängeln, sonst ist die sogenannte "bessere Hälfte" gleich vergnatzt!), waren wir erst in der Halbzeitpause am "New stadium" (unmittelbar vorher hatte ich per Handy vom glorreichen FCC-Sieg bei Croatia Berlin erfahren). Bei unserer ersten Visite in Inverness vor 4 Jahren machte sich an dieser Stelle noch die Nordsee breit. Seitdem hatte man ein gesamtes Industriegebiet im Meer aufgeschüttet und gleich noch ein nagelneues Stadion gebaut: klein (maximal 6.000 Zuschauer), fein und erweiterungsfähig (genug Platz ringsum, um die vorhandene Tribüne bei Bedarf noch durch 3 weitere zu ergänzen). Eine kurze Anfrage beim Einlaß öffnete uns das Tor und wir konnten noch die 2. Halbzeit sehen, im der auch alles wesentliche passierte: Eine 2:0-Führung der Gastgeber, Livingstone gelang lediglich kurz vor Schluß noch der Anschlußtreffer. Der anschließende Besuch im Fanshop am Stadion erwies sich als absoluter Volltreffer: 3 große Kisten mit Programmraritäten zu Dumpingpreisen warteten darauf, von mir durchwühlt zu werden. Da das Ladevermögen unseres Kombis doch begrenzt ist, wechselten lediglich ein rundes Kilogramm Programme für 9 £ in meinen Besitz, darunter 2 x Schottland-DDR von ’82 und ’85 sowie etliche Raritäten aus den 60er Jahren.

Der letzte Stadionbesuch galt dem Victoria Park in Dingwall, der unmittelbar neben dem Campingplatz lag. Dort spielt Ross County FC, der sich im Spitzenfeld der 3rd Division festgesetzt hat. Die individuelle Groundbesichtigung würde uns auch hier nicht verwehrt. Allerdings mußten wir dann das Feld wegen einer halben Kompanie TV- und Pressereporter räumen, die aber nicht wegen uns da waren, sondern wegen einer 19jährigen Nationalspielerin, die als erster weiblicher (!!!) Profi in Schottland verpflichtet worden war.

Bevor aber nun der Eindruck entsteht, ich hätte meine Familie im Urlaub nur durch Fußballstadien gescheucht: Wir haben auch mehrere Whisky-Destillen besucht. Sehr zu empfehlen ist übrigens die "Glen Ord Destillery" in Muir of Ord ca. 20 Meilen westlich von Inverness. Abseits der üblichen Touristenpfade gelegen, bekommt man eine sehr gute Führung durch die Destillery geboten, die mit dem obligatorischen Probeschluck endet. Die Preise im Shop waren, im Gegensatz zu anderen Destillen, sehr moderat (1-l-Flasche Single Malt 15 £), da man den "Glen Ord" erst seit kurzem überregional anbietet und natürlich erst einmal auf dem Markt Fuß fassen möchte. Na ja, und geschmeckt hat das Zeugs auch nicht schlecht – Prost, auf unsere 99er Tour durch England, Wales und Irland !


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