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Supercup-Final Liverpool-Bayern 3:2 (Monaco 2001)
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Monaco 2001, Supercup-Finale:
Liverpool - Bayern 3:2

3 Tage, 2800 km im Auto, 6 Länder (D - A- CH - I - FR - MC und zurück), sauheiß, 2 Fußballspiele (außer dem Supercup-Finale noch Jena - Riesa 1:0) und Touri-Einlage mit 5 Alpenpässen in der Schweiz. - Soll niemand behaupten, daß die ein KurzURLAUB war. *ggg*
Den Bericht gibt es nach den Fotos (für Großansicht auf die Fotos klicken) hier.

Monaco, Hafen Monaco vom Wasser aus
LFC vor dem Anpfiff Jena-Fahnen im Stadion
McAllister beim Freistoß Liverpool-Kurve
Günther Netzer Feiner Zwischenstand
Machten gute Stimmung - Bayern-Fans Supercup 2001 - Liverpool FC
Player of the match - Michael Owen Der 5. Pokal im Jahr 2001
Sonnenaufgang am Mittelmeer Monaco von oben - Auf Wiedersehen 2002 !

Die Fotos zum Nachbestellen gibt es hier.


3 Tage, 2800 km, 2 Fußballspiele, 5 Alpenpässe – als Kurzurlaub konnte man diese Tage wahrlich nicht bezeichnen, wir waren hinterher regelrecht "breit".

Das erste Erlebnis hatten wir mit unserer Kartenbestellung. Auf meine schriftliche Bestellung in Liverpool für 2 Tickets rührte sich zunächst nichts. Erst am Montag vor der Match fand ich einen Spruch auf meiner Mailbox, ich solle doch mal in Liverpool unter einer angegebenen Telefonnummer zurückrufen. Nur leider wußte unter dieser Nummer – hinter der sich das Ticket Office des LFC verbarg – zunächst niemand, warum ich zurückrufen sollte, die entsprechende Kollegin war auch noch beim dritten Rückruf außer Haus. Sie würde mich auf alle Fälle sofort zurückrufen...

Dies tat sie dann auch – am Mittwoch ! Eigentlich würde es nur Karten für Mitglieder des Official Supporters Club geben (meine Frau ist da kein Mitglied), aber auf Grund der besonderen Umstände – mit meinem kaputten Bein wäre so ein 3-Tages-Trip zu anstrengend gewesen – bekäme ich trotzdem 2 Karten. Sie hätte aber vergessen, diese uns rechtzeitig zu schicken, deshalb würde sie unsere persönlichen Angaben nach Monaco faxen und wir sollten uns die Karten in Monaco direkt am Stadion abholen, man wüßte dort Bescheid.

Karten hin und her, wir wären sowieso gefahren. Also am Donnerstag nachmittag rein ins Auto und mit schwerem Gasfuß Richtung Süden. Eine halbe Stunde vor Mitternacht waren wir kurz vor der italienischen Grenze an einer Raststätte und bezogen unser Nachtquartier im Kofferraum unseres Kombis.

Früh halb 7 ging’s nach dem Frühstück weiter, vorbei an den italienischen Straßenräubern (manche sagen auch Mautstellen dazu) und klangvollen Namen auf den Wegweisern: Mailand, Turin, Genua. Ab Genua verläuft die Autobahn parallel zur Küste des Mittelmeers und erfreut den Reisenden mit einem ständigem Wechselspiel von Brücken – mit teilweise phantastischen Ausblicken – und Tunneln.

Monaco liegt unmittelbar hinter der italienisch-französischen Grenze. Einen faszinierenden Anblick des Fürstentums hat man bereits bei der Anfahrt von der Autobahn von einem weit über der Stadt auf einer Felsklippe liegendem Hotel. Zügig rollten wir weiter und verpaßten vor lauter Umgucken prompt das Abbiegen Richtung Zentrum. Kurz nach dem Schild "Nizza 20 km" (das liegt wirklich gleich "um die Ecke") wendeten wir und durften uns jetzt in einem langen Stau anstellen.

Das Stadion "Louis II" findet man relativ leicht, wenn man weiß, das es im Stadtteil Fontvielle liegt. Nach 2 Runden um den Stadionkomplex, in dem sich u.a. 2 Schwimmhallen befinden und das Fußballstadion im dritten (!) Stockwerk liegt, stellten wir das Auto in der Tiefgarage ab. Beim Aussteigen wurde uns blitzschnell klar, was das Außenthermometer bereits seit Stunden androhte – es war sauheiß ! Klimaanlage sei Dank hatten wir von dem treibhausmäßigen Wetter mit weit über 35° Celsius bisher nichts mitbekommen.

Trotzdem beschlossen wir nach einem Blick auf den Stadtplan, den Weg zum Hafen und zum Stadtzentrum zu Fuß anzutreten. Zunächst wollten wir unser Kartenproblem klären. Auskunft: die Kasse, an der die zurückgelegten Tickets ausgegeben werden, öffnet um 18.00 Uhr.

Monaco ist wirklich bloß ein "Dorf": Obwohl wir um den berühmten Felsen herum marschieren mußten, waren wir nach 20 min bereits am Hafen, in dem man die verschiedensten Yachten der Reichen und Superreichen bestaunen konnte. Unterwegs liefen uns – neben den in eleganten Rot gekleideten Liverpooler Fans – etliche Typen über den Weg, die anscheinend direkt dem Urwald nördlich der Alpen entsprungen waren. Ihre dumpfe Lautsprache verriet sie schnell als Bayern... *g*

Eigentlich hätten wir uns am Hafen bereit komplett umziehen und duschen müssen, die monegassische "Sauna" hatte ganze Arbeit geleistet. Wir beschränkten uns vorerst auf eine Hafenrundfahrt. Auf dem Wasser ging ein leichtes Lüftchen, daß die äußeren Umstände wieder erträglich machte und uns die phantastischen Ausblicke auf das Reich von Fürst Rainier III. mit seinen nur 220 Hektar und 30.000 Einwohnern genießen ließ.
Zurück an Land löschten wir unseren inneren Brand erst einmal in einem Straßencafé mit je einem Liter eiskalter Cola. Der Preis ließ allerdings trotz der Hitze unsere Gesichter einfrieren: 110 Francs (ca. 36 DM)...

Zurück am Stadion besorgten wir uns erst mal genügend Programme für die Daheimgebliebenen und matteten noch ein Stündchen im Auto in der relativ kühlen Tiefgarage ab. Punkt 18 Uhr reihten wir uns in die Schlange vor der Kasse ein, zeigten brav unsere Ausweise... und bekamen anstelle der Tickets nur ein Kopfschütteln. Nein, für uns wäre nichts hinterlegt. Die einzige, die Englisch verstand, erklärte uns, daß hier nur Karten bereitlägen, die über den AS Monaco reserviert worden wären, von Liverpool-Karten oder einem Fax aus Liverpool wäre ihr nichts bekannt und wir sollten doch mal am Eingang des Gästeblocks nachfragen.

Zu diesem Eingang gelangten wir gar nicht erst, da weit vorher abgesperrt war und man nur mit Karten (!) durchkam. Nach einigen Minuten Debatte und Nachfragen mit Ordnern, Polizisten und einem Typen mit UEFA-Schild am Jackett (ich wurde bei fast allen Gesprächspartner nie so richtig den Eindruck los, daß es sich bei mir um einen potentiellen Gewalttäter handelt, der hinter Gitter gehört) schickte man uns wieder zurück zum Haupteingang. Also neuer Anlauf – vergeblich. Wieder wurden wir recht schnippisch von der Tussi abgebürstet, die anderen verstanden nur französisch (oder wollten es nur verstehen). Ein Versuch an der UEFA-Kasse scheiterte auch, obwohl die Dame gut deutsch sprach, erklärte sie sich für nicht zuständig.

Nun hatten wir langsam einen sehr „dicken Hals“. Sollte die ganze Tour umsonst gewesen sein ? Plötzlich entdeckten wir jenen UEFA-Typen wieder, der uns bereits am Gästeeingang hatte abblitzen lassen. Sein Gesprächspartner (ebenfalls als Offizieller ausgeschildert) machte einen noch wichtigeren Eindruck, also nichts wie hin zu ihm. Endlich waren wir auf jemanden gestoßen, der überhaupt erst einmal bereit war, eine Minute in Ruhe zuzuhören: "I have understand your problem. Please wait a moment !" Das klang schon wie Musik in unseren Ohren. Er ging zu einem Ordner, diskutierte eine Weile und winkte uns heran: der Ordner würde uns zu unseren Plätzen führen. Ehe wir uns versahen waren wir ohne Tickets und ohne jegliche Kontrollen (ich konnte gerade noch so eine leere Coladose in die bereitstehende Mülltonne werfen) auf der Haupttribüne.

Auf den Plätzen für Rollstuhlfahrer stellte man uns 2 Stühle hin und wir waren happy. Aber vorerst guckten wir uns völlig entgeistert an, weil plötzlich alles so schnell klappte. (Übrigens habe ich bis heute den Verdacht, daß wir nicht auf Grund eines Telefaxes aus Liverpool reingekommen sind, sondern weil wir an jemanden geraten waren, der unsere unglaubliche Story glaubte. Vielen Dank an den unbekannten UEFA-Menschen !)

Das Spiel selbst verlief blendend. Trotz der akustischen Überlegenheit der Bayern-Kurve (dagegen nur knapp 1000 Leute in der Liverpooler Kurve, die zu zwei Dritteln leer war) und der optischen Dominanz der Bayern auf dem Rasen, die allerdings nur in Leerlauf bestand, machte Liverpool aus 3 Chancen 2 Tore: erst versenkte Riise eine Eingabe von Owen, dann warteten 2 Verteidiger auf Heskeys Abspiel, der zog jedoch Richtung Tor durch und machte das 2:0 selbst.

Die VIPs in unserer Umgebung, die anstatt ins Theater eben mal mit ihrer Gattin zum Fußball gegangen waren (in entsprechenden Nobelklamotten) hatten wenig Verständnis für meinen "bescheidenen" Torjubel. Überhaupt benahmen sich die meisten Leute in diesem Tribünenteil opernmäßig, sicherlich wußte manche noch nicht einmal, worum es bei diesem Spiel ging. Aber man war sich bei diesem wichtigen gesellschaftlichen Ereignis dabei... Zum Kotzen!

Unmittelbar nach der Pause war Luftsprung Nummer 3 fällig, als Owen den ersten Angriff erfolgreich abschloß. Selbst das 1:3 brachte Liverpool nicht dazu, von der ruhigen Kontrolle des Spiels abzugehen. Nur so zwischen der 70. und 80. Minute wurde nochmals richtig Druck gemacht und sofort ergaben sich Chancen; leider verpaßte es der eingewechselte Fowler, mit einem eventuellen vierten Tor den Bayern den endgültigen K.o. zu verpassen.
Nach einer Inkonsequenz in der Abwehr der "Reds" traf der Ball Jancker so unglücklich am Kopf, daß er (der Ball, nicht Jancker) über Westerveld hinweg ins lange Eck trudelte. Nun konnte Olli Kahn in den letzten Minuten auch wieder zeigen, warum er so eine magische Anziehungskraft auf Bananen ausübt. Sein Verhalten nach einer Bayern-Ecke erinnerte stark an das eines wildgewordenen Gorillas (wobei ich hiermit nicht den Gorillas auf den Schlips treten möchte). Meine lautstarken Anti-Kahn-Kommentare beantwortete ein vor mir sitzender Anzugträger bajuwarischer Abstammung mit bösem Kopfschütteln.

Schlußpfiff und alles stürzte los. Nur wenige warteten die Pokalübergabe und die anschließende Ehrenrunde des Siegerteams ab. Bei dieser Gelegenheit demonstrierten die Bayern-Fans – die insgesamt eigentlich einen guten Support ablieferten – erneut ihre Blödheit: Hatten sie bereits bei der Ansage der Aufstellungen ihre ehemaligen Bayern-Kicker Babbel und Hamann lautstark ausgepfiffen, buhten sie auch, als die Liverpooler Spieler mit dem Cup vor ihre Kurve kamen und Beifall in Richtung Zuschauer klatschten.
Die Bayern-Fans sollten sich mal ein Beispiel an denen von Alaves beim UEFA-Cup-Finale nehmen, da gab es nach dem Match gegenseitige Anerkennung.

In der Nacht kutschten wir noch eine Stunde im Stop-and-go durch das hellerleuchtete Monaco, das in der Dunkelheit richtig zum Leben erwachte, bevor wir uns in einem Vorort ein ruhiges Plätzchen für unserer fahrendes Hotel suchten.
Früh um 7 ging es rein nach Monaco. Endlich war die Stadt mal menschen- und autoleer und wir konnten in aller Ruhe die Rennstrecke abfahren. Es ist schon ein feines Gefühl, die Straßen zu fahren, die man sonst nur aus dem TV von der Formel 1 her kennt: am Casino vorbei, Mirabeau, Loews-Kurve, Tunnel, Hafen-Schikane, Schwimmbad. Nach der Rascasse geht es leider im normalen Straßenverkehr nicht weiter, da dort die Einbahnstraße entgegengesetzt zur Rennrichtung verläuft.

Dann hieß es "Au revoir, Monaco" und wir düsten via Italien Richtung Schweiz. Wenn wir schon mal in der Ecke waren, wollten wir auch jede Stunde ausnutzen und so starteten wir eine Rundfahrt: St.-Gotthard-Paß – Furkapaß – Rhone-Gletscher – Grimselpaß – Sustenpaß – Oberalp-Paß (so viele Schweizer Pässe, und wir hatten immer noch einen deutschen Ausweis in der Tasche *ggg*). Lenkradkurbeln ohne Ende und bei strahlendem Sonnenschein eine Aussicht, die den Mund offen stehen ließ. Unbeschreiblich !

In der letzten Nacht leisteten wir uns ein richtiges Bett in einem Gasthof auf irgendeinem Dorf hinter Lindau. Letzte Station des langen Wochenendes war das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld, wo der FC Carl Zeiss mit einem 1:0-Sieg über Stahl Riesa seine Tabellenführung in der Oberliga verteidigte und unser schönes (dank Liverpool, Jena und den Schweizer Bergen) und spannendes (dank dem Ticket Office in Liverpool) Wochenende komplettierte.

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